Was Segler jetzt wissen müssen
Seit Frühjahr 2025 gelten in Kroatien neue Vorschriften für das Ankern und die Navigation entlang der Küste. Besonders für Chartercrews und private Skipper ist es wichtig, diese Änderungen zu kennen, um Konflikte mit den Behörden zu vermeiden und den Törn sicher zu planen.
Ankern mit Einschränkungen
Eine der zentralen Änderungen betrifft das Festmachen mit Leinen am Ufer. Bisher war es üblich, den Anker weiter draußen zu setzen und das Boot mit langen Landleinen in eine Bucht zu ziehen. Diese Praxis ist jetzt nur noch eingeschränkt erlaubt. Das gesamte Boot inklusive Anker und Kette muss innerhalb von 50 Metern zur Küste liegen. Auch der Punkt, an dem die Ankerkette ins Wasser geht, darf diese Grenze nicht überschreiten. Diese Regel soll verhindern, dass Buchten durch quer gespannte Leinen oder zu lange Ketten unnötig blockiert werden.
Besonders in engen Buchten wird das Manövrieren dadurch anspruchsvoller. Wer früher großzügig geankert hat, muss jetzt genauer planen, wie viel Platz wirklich zur Verfügung steht.
Abstände zur Küste beim Fahren
Auch für das Fahren entlang der Küste gelten nun klar definierte Mindestabstände. Boote unter 15 Metern Länge müssen mindestens 50 Meter Abstand halten. Für Boote zwischen 15 und 30 Metern sind es 150 Meter. Yachten über 30 Meter müssen mindestens 300 Meter zur Küste einhalten. Diese Vorgaben gelten unabhängig davon, ob man unter Motor oder Segel fährt. Gerade in der Nähe von Stränden, Badezonen oder stark frequentierten Küstenabschnitten ist es wichtig, auf ausreichenden Abstand zu achten.
Ankerverbote und gesperrte Zonen
Das Ankern ist in bestimmten Bereichen grundsätzlich untersagt. Dazu gehören Zonen mit Unterwasserleitungen, Pipelines oder Kabeln sowie Regionen, die aus Umwelt- oder Sicherheitsgründen als sensibel gelten. Auch natürliche Strände, die nicht offiziell bewirtschaftet sind, dürfen nur mit einem Mindestabstand von 150 Metern befahren werden. Organisierte Badezonen, die häufig mit Bojen gekennzeichnet sind, dürfen überhaupt nicht zum Ankern oder Durchfahren genutzt werden.
Darüber hinaus können lokale Behörden zeitlich oder dauerhaft zusätzliche Einschränkungen verhängen. Diese können beispielsweise während Veranstaltungen, in der Hochsaison oder bei besonderen Umweltbedingungen gelten. Wer sicher unterwegs sein will, sollte sich daher regelmäßig über aktuelle Bestimmungen und Hinweise der Hafenämter informieren.
Praktische Hinweise für Segler
Eine sorgfältige Törnplanung ist in diesem Sommer besonders wichtig. Ankerplätze sollten vorab auf Wassertiefe, Breite und Abstand zur Küste geprüft werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Ankerkette markieren, um beim Ausbringen genau zu sehen, wie weit das Boot vom Ufer entfernt liegt.
Außerdem empfiehlt es sich, aktuelle Seekarten zu nutzen und auf lokale Aushänge in Marinas oder Häfen zu achten. Viele Informationen zu gesperrten Zonen oder temporären Regeln sind dort tagesaktuell einsehbar.
Mit etwas Vorbereitung und Rücksicht lassen sich die neuen Regeln gut umsetzen. Kroatien bleibt ein reizvolles Revier mit traumhaften Buchten, historischen Küstenstädten und einer zuverlässigen nautischen Infrastruktur. Wer sich an die Vorgaben hält, kann die Vielfalt des Reviers weiterhin ungestört genießen